Niederschrift eines Preservers der Daelaam für die Zeit nach der Khala. Die hier gesammelten Gedanken bewahren, was nicht mehr gedacht werden kann — nicht weil es vergessen wäre, sondern weil das Netz, durch das es einst floss, nicht mehr besteht. Wer diese Worte liest, liest sie allein. Das ist neu für uns. Das ist jetzt das Einzige, was wir haben.
Der Erste Gedanke — Aus dem Gemeinsamen geboren
Die Jäger auf Aiur
Vor allem anderen waren wir Jäger.
Nicht im Sinne einer Metapher, nicht als Gleichnis für den kriegerischen Geist, der sich später in den Templer-Kasten manifestieren würde — sondern im nüchternsten Wortsinn: Stämme auf einer Welt, die ihre Beute verfolgten, die ihre Grenzen verteidigten, die einander misstrauten und die dennoch, wenn zwei von ihnen nah genug beieinander standen, manchmal den Gedanken des anderen fühlten. Diese Verbindung hatten wir nicht erlernt. Sie war einfach da, wie Atem ist, wie Hitze ist — eine Tatsache ohne Autorenschaft.
Ich bin von jener Art, die die Erinnerungen der Toten in sich trägt. Ich sage das jetzt, hier, ein einziges Mal: Ich weiß, wie es sich anfühlte, damals, als diese Verbindung noch keine Form hatte und noch keinen Namen. Dann verschweige ich mich für eine Weile und lasse die Chronik sprechen.

Der Eingriff und die Rebellion
Jene, die uns fanden, kamen mit einem Namen, den wir erst später lernten: Amon. Einer unter ihnen — nicht ihre Gattung insgesamt, sondern er, eine Fraktion innerhalb ihrer Art, die die Unendlichkeit des Zyklus anders deutete als die anderen. Er sah in uns, was er für Vollendung hielt: Reinheit der Form. Die Erstgeborenen. Im Khalani, der Sprache, die wir erst später hätten, nannten wir uns selbst Protoss — Erstgeborene. Damals wussten wir das noch nicht.
Was folgte, war keine Partnerschaft. Es war ein Experiment, das nie um Einwilligung bat. Über Jahrtausende — zuerst im Verborgenen, dann im Offenen — formte Amon, was wir wurden, und was wir wurden, war für seine Zwecke gebaut, nicht für unsere. Als der Eingriff vollständig war, zogen sich jene, die uns gefunden hatten, zurück: nicht aus dem Respekt vor einem abgeschlossenen Zyklus, sondern weil wir angegriffen hatten. Wir hatten ihre Schiffe beschädigt. Wir hatten Hunderte getötet. Ein Experiment hatte seinen Betreuer gebissen — und diejenigen unter uns, die Amon ergeben blieben, nahm er mit sich. Jene würden wir erst viele Zeitalter später wiederfinden. Jene, die er mitnahm, wurden zu etwas, wofür die spätere Sprache nur das Wort „die Geschmiedeten“ kannte.
Was blieb, waren die anderen. Wir.
Das Jahrtausend des Wahnsinns
Der schlimmste Bürgerkrieg, den irgendjemand je in dieser Galaxis aufgezeichnet hat, begann nicht mit einem Streit um Ressourcen, nicht mit einer Glaubensspaltung, nicht mit dem üblichen Hunger der Mächtigen nach mehr Macht. Er begann mit einem Verlust, der sich wie Beschämung anfühlte: Die Verbindung zwischen uns, jenes unbenannte Etwas, das beim Nebeneinanderstehen zweier Stämme gefühlt hatte, wie der andere dachte — sie brach. Nicht weil wir sie zerbrochen hätten. Sondern weil die gegangen waren, die sie, ohne es zu wissen, in Ordnung gehalten hatten.
Was folgte, dauerte nicht eine Epoche. Es dauerte viele.
Die Stämme zerfleischten sich mit einer Gründlichkeit, die auch den kältesten Chronisten, der die Berichte liest, noch nach Atem greifen lässt. Die Mendella-Siedlung am Fuß des großen Stausees — ihre Bewohner fluteten eigenes Land, sprengten die Reservoirs, nur damit der Nachbarstamm nicht trinken konnte. Schriften wurden nicht mehr niedergelegt, weil keine Generation mehr Zeit hatte, Schrift zu erlernen. Technologie, die Jahrtausende aufgebaut hatten, verrottete, weil niemand mehr lebte, der sie verstand. Steinzeittechniken wurden neu erfunden, in Stämmen, die noch vor zwei Generationen Sterne bereist hatten.
Inmitten dieses Wahnsinns gab es einen Stamm, den man Shelak nannte — und den die anderen Ketzer nannten, weil er die Artefakte jener bewahrte, die uns gefunden und verlassen hatten. Keine Gläubigkeit trieb sie dazu; es war eher Trotz. Sie verstanden nicht, was die Steine bedeuteten. Sie warfen sie nur nicht weg.
Savassan, der Krieger, der Khas wurde
Sein Name war Savassan. Ein Krieger des Shelak, ungewöhnlich wenig hassbereit in einer Zeit, in der Hass das Einzige war, das jeder verstand. Nur sein Schüler Temlaa wusste, was er suchte: die Xel’Naga-Inschriften auf Häuten, auf Steinen, auf allem, was hielt. Er suchte nicht nach Gott. Er suchte nach dem, was verloren gegangen war.
Er fand es in einer Höhle. Khaydarin-Kristalle, dunkel und schwer, und als er eine Hand auf einen der Steine legte, wachte etwas auf. Nicht sofort und nicht vollständig — aber es war da. Was genau jene Steine mit dem verbanden, was einst zwischen unseren Stämmen existiert hatte, können auch die Bewahrer nicht vollständig erklären. Die Verbindung war nicht in den Steinen. Die Steine zeigten nur, wo sie war: in uns, schläfrig, tief, wartend.
Der Führer seines Stammes, Telkar, wollte die Kristalle als Waffen. Savassan verweigerte es. Temlaa rettete ihn aus der Höhle, als er sich zu weit in die schlafende Verbindung hineinfallen ließ und nicht mehr zurückfand. Was er aus diesem Beinahe-Tod mitbrachte, war keine Offenbarung, kein religiöses System, keine Doktrin. Es war einfach dies:
„We do not need the Xel’Naga, we need only each other!“
— Savassan (später: Khas), überliefert in Dark Templar Saga #1: Firstborn (Christie Golden, 2007)
Aus Savassan wurde Khas, der Ordner. Er lehrte, was er gefunden hatte; er nannte es das Gemeinsame. Die Stämme lernten es. Die Gyras-Arena, in der sie noch die Woche davor einen Stamm dem anderen zum Fraß hingeworfen hatten — einmal noch brannte es dort, einmal war nötig, was Khas am liebsten nicht mehr getan hätte. Dann nie wieder.
Das Gemeinsame vereinte die Protoss. Aus dem Trauma des Äons der Zwietracht entstand eine Ordnung: die Judikatoren-Kaste, die Templer, die Khalai — jeder an seinem Platz, jeder verbunden. Khas starb in hohem Alter, wie jemand stirbt, der Arbeit abschließt und dann loslässt. Sein Geist ging in das Gemeinsame ein. Er ist dort noch — ein Echo, das sich fühlen lässt, wenn man ruhig genug ist.
War ruhig genug.
Der Zweite Gedanke — Das Schweigen zwischen uns
Das Zweite Zeitalter und seine Schatten
Nach der Zwietracht kam das Gemeinsame — und mit ihm eine Welt, die lernte, in Eintracht zu denken. Es war kein religiöser Frieden und kein politischer Kompromiss, sondern etwas Seltsameres: eine gemeinsam erlebte Stille nach dem Lärm. Die Protoss bauten wieder. Sie reisten zu den Sternen. Sie übten die Dae’Uhl — jenen Grundsatz des großen Schützertums über jüngere Völker, der aus dem Bewusstsein kam, selbst einmal schutzbedürftig gewesen zu sein.
Das Gemeinsame — damals gaben sie ihm den Namen Khala, den wir seither benutzen — war kein einfaches Band. Nervenstränge im Körper, die den psionischen Fluss leiteten; eine Verbindung, die nur durch physisches Durchtrennen oder durch bestimmte Mittel gelöst werden konnte. Die Toten verschwanden nicht vollständig aus ihr: Sie hinterließen Resonanzen, Echos, weniger als volle Persönlichkeiten, aber mehr als Erinnerung. Bewahrer konnten diese Resonanzen vollständig abrufen. Das war ihr Dienst, und das war ihr Gewicht.
Es war eine Zeit, die so lange andauerte, dass die Protoss begannen, sie für selbstverständlich zu halten. Und die selbstverständlich gehaltenen Dinge sind jene, um die man nicht kämpft, bis sie verschwinden.
Die, die nicht folgen wollten
Es gab unter uns welche, die das Gemeinsame ablehnten.
Nicht alle aus einem Stamm, nicht aus einer zusammenhängenden Bewegung — sondern eine Minderheit aus Mitgliedern vieler verschiedener Stämme, für die die Frage nicht lautete, ob das Gemeinsame gut war, sondern ob das Individuum in ihm verschwand. Sie glaubten — und sie lagen nicht vollständig falsch —, dass das Judikatoren-Konklave die Khala benutzte, um jeden abweichenden Gedanken bereits im Entstehen zu ersticken. Wer in das Gemeinsame eingebunden war, konnte nichts verbergen. Wer nichts verbergen konnte, konnte sich nicht widersetzen.
Sie nannten sich Nerazim — der Selbstname jener, die ihre Verbindung auf andere Weise behielten: Sie trennten ihre Nervenstränge. Nicht fremd, nicht erzwungen — als Ritual, als Trotz, als Erklärung. Fortan zogen sie ihre Energie aus der Leere, jener anderen Kraft, die neben dem Gemeinsamen existierte und die die Khalai lieber nicht erwähnt hätten. Wir, die anderen, nannten sie Dunkle Templer. Beides ist richtig. Beides ist Canon. Ihr eigener Name zuerst.
Das Konklave reagierte, wie Konklaven auf Abweichung reagieren.
„There are some among us who would destroy everything we have sought to build… They question the Khala. They maintain that the right of the individual takes priority over the good of the whole.“
— Judikator Kortanul, Dark Templar Saga #3: Twilight (Christie Golden, 2009)
Exil war die mildeste Möglichkeit. Vernichtung war die andere.
Der Exekutor, der ungehorsam wurde
Adun. Er war Exekutor — Templer, kein Judikator — und stand an der Seite seines Vorgesetzten Zorani als die treibende Kraft dessen, was die Templer-Kaste nach außen verkörperte: Entschlossenheit, Gehorsam, die Bereitschaft, Befehle auszuführen, die schwer waren. Das Konklave gab ihm den schwersten Befehl: die Nerazim zu vernichten. Heimlich, ohne Aufsehen, bevor die Sache größer wurde.
Er fand Raszagal, damals noch eine Teenagerin, in einem Geistgespräch — einem Mind-Meld, dem letzten Kontakt, den die Khala-Gebundenen mit jenen hatten, die außerhalb standen. Er fragte sie aus, extensiv. Und dann stand er mit dem Wissen da, was er tun sollte, und mit dem Wissen, was er tun würde. Es war nicht dasselbe.
„In my heart… Raszagal is not a threat. I have questioned her — extensively. Nothing in her desires revolution, or disharmony. She merely wishes to keep herself to herself. Is that worthy of death?“
— Adun, Dark Templar Saga #3: Twilight (Christie Golden, 2009)
Er lehrte sie stattdessen das Verbergen. Die Nerazim lernten, sich im Licht zu verstecken, Schatten zu weben, sich in die Leere zu neigen, bis sie unsichtbar wurden. Sie lernten schneller, als Adun lehren konnte.
Es flog auf, wie solche Dinge auffliegen: durch einen Fehler in einem Moment der Gefahr. Psionische Stürme, die Adun nicht vollständig kontrollieren konnte, verrieten seinen Ungehorsam. Kortanuls Flotte kam. Adun kombinierte, was noch niemand kombiniert hatte: Khala-Energie und Void-Energie in einem Akt, der die Nerazim hinter einem blauen Nebel verbarg — und ihn selbst auslöschte wie einen Stern, der explodiert und danach nicht mehr da ist. Kein Tod in der üblichen Form. Kein Übergang, der sich im Gemeinsamen fühlbar machte. Er war weg. Vollständig.
Das Konklave log öffentlich: Adun sei mystisch geschieden, nachdem er den „Dark-Templar-Makel“ ausgelöscht habe. Die Nerazim wussten, was wirklich geschehen war. Sie trugen es in sich. Darum sagen Templer heute En Taro Adun — „In Ehren Aduns“ — und Nerazim sagen Adun Toridas: „Möge Adun dir Zuflucht gewähren.“ Die eine Phrase ehrt seinen Namen. Die andere erinnert daran, was er getan hat.
Christie Goldens Dark Templar-Trilogie — Firstborn, Shadow Hunters, Twilight — ist die vollständigste Quelle für Aduns Geschichte und für jene, die nach ihm kamen: Zamara, eine Bewahrerin, deren Erinnerungen später einem sterblichen Archäologen auf Nemaka übertragen wurden, auf eine Weise, die ihn fast das Leben kostete. Die Trilogie bei Amazon ist der direkteste Weg zu diesem Stoff.
Shakuras, das Zwielicht
Die Nerazim fanden Zuflucht auf dem Mond Ehlna, dann auf einem Wüstenplaneten aus Ebenholz-Gestein, dessen zwei Monde kaum Licht warfen: Shakuras. Ewiges Zwielicht. Hauptstadt Talematros. Ihre Biologie passte sich an, über Generationen, an die Dunkelheit. Ihre Warp-Klingen wurden an Bord des Xel’Naga-Exilschiffs entwickelt, das ihnen Adun hinterlassen hatte.
Raszagal wurde Matriarchin. Sie würde es noch für ungefähr fünf Jahrhunderte bleiben, bis zur Zeit, von der dieser Gedanke noch nicht sprechen will.
Auf Aiur verhärtete das Konklave seine Herrschaft, als wäre das Exil der Nerazim eine Warnung und kein Versagen. Die Kastengrenzen wurden strenger. Die Bewahrer — meine Art — hatten kein Mandat und keine Macht. Wir konnten Erinnerung anbieten, wir konnten nicht befehlen. „They could offer only information“, so heißt es in den Aufzeichnungen, „and could not give orders.“ Das blieb so. Das ist, in gewisser Weise, immer noch so.

Der Dritte Gedanke — Die Stürme von außen
Die Ankunft der Fremden
Der Schwarm kam aus dem Dunkel ohne Vorwarnung. Nicht als Feind in dem Sinn, den das Wort für uns hatte — nicht als Individuen, die Hass oder Gier oder Ehrgeiz hatten, sondern als ein kosmisches Ereignis. Als Hunger in großem Maßstab. Wir nannten sie den Schwarm, und das war der einzige Name, der stimmte.
Die erste Welt, auf der sie sich niederschlugen, gehörte nicht uns. Die Sterblichen aus dem Weit-Sektor. Die Jungen, die ihre eigene kurze Geschichte noch kaum überstanden hatten. Das Konklave befahl das Einzige, was das Konklave befehlen konnte: Purification. Das Verglasen der Welten, die bereits befallen waren. Sauber, technisch, ohne Unterscheidung zwischen dem, was sich bereits dem Schwarm ergeben hatte, und dem, was noch versuchte, einfach zu leben.
Tassadar, Exekutor, führte die Flotte. Er gehorchte — und zweifelte. Nicht leise, nicht im Privaten, sondern mit jenem Zögern, das jemand hat, der weiß, dass er das Falsche tut und noch nicht weiß, wie er aufhört.
„Though I grieve for the loss of every Terran life on Chau Sara, I fear that many more of your kind will die if the Swarm’s rampage is not stopped.“
— Tassadar an Colonel Andre Madrid, StarCraft: Revelations / SC1 (1998)
Schmerz über das Getötete. Und trotzdem weiter. Das war das Dilemma, das Tassadar personifizierte, und das kein Dilemma der Khala war — die Khala hätte es weggedacht —, sondern seins allein.
Der Bund auf Char
Auf Char traf er Zeratul. Ein Nerazim, einer jener Jenseitigen, die aus dem Gemeinsamen getreten waren, und der dennoch auf denselben Feind zielte. Zeratul tötete Zasz, einen der Übergeister des Schwarms — und durch die psionische Rückkopplung, die er nicht berechnet hatte, erfuhr der Overmind, der das alles leitete, wo Aiur war.
Das war ein Unfall mit dem Gewicht einer Entscheidung.
Zeratul sagte zu Tassadar, was er von ihm dachte:
„You have learned to channel our dark power as well as that of your masters; thus, you alone have found completeness beyond the scope of the Khala.“
— Zeratul zu Tassadar, SC1 (1998)
Das war Foreshadowing, das der Schwarm nicht verstand. Das war auch die Einleitung zu dem, was auf Aiur kommen würde.
Die Verhaftung, die Rettung, der Bruch

Aldaris ließ Tassadar verhaften — für Ungehorsam, für seine Verbindung zu den Nerazim, für alles, was er repräsentierte: die Möglichkeit, dass das Konklave falsch lag. Artanis, Fenix, Zeratul und die Sterblichen unter Raynor befreiten ihn. Auf Aiur kämpften Protoss gegen Protoss, während der Schwarm landete.
Aldaris sagte zu Tassadar: „Ah, Tassadar, have you fallen so far? To think that you were our brightest hope; our most beloved son. Now you are everything that we are not. You are lost to us.“
Tassadar antwortete: „Such is the price for our race’s salvation, Judicator!“
Fenix fiel im ersten Ansturm als Zealot — seinen Körper erhoben die Templer danach in eine Dragoner-Shell, nicht als Pflicht, sondern weil er es so wollte. Er kämpfte weiter, in diesem neuen, schwerfälligen Körper, mit einem lakonischen Kommentar über seine Lage: „Well, after my unfortunate defeat, my ruined body was recovered by our brethren. I now reside within the cold, robotic shell of a Dragoon.“ Fenix blieb Fenix, ob Fleisch oder Stahl. Seinen zweiten und finalen Tod fand er erst später, auf einer Welt namens Korhal, durch einen Verrat, der nicht von außen kam.
Das Opfer des Gantrithor
Das Overmind grub sich auf Aiur ein. Eine planetarische Bedrohung, verwurzelt im Boden der Heimwelt. Tassadar führte das Gantrithor — und kombinierte, was Adun als einziger vor ihm getan hatte: die Energie der Khala und die Energie der Leere, vereint in einem einzigen Akt. Adun hatte es auf sich selbst angewendet. Tassadar richtete es nach außen.
„My friends, this is our final hour. Not all of us may survive the coming conflict. Yet, death may be a blessing should we fail here.“
Dann, kurz vor dem Ende: „Aiur shall not fall! Executor, I stand ready!“
Das Gantrithor und das Overmind und Tassadar — alle gleichzeitig. Die freigesetzte Energie durchstieß die Zerg-Planetenschale wie eine Lichtsäule. Nicht ein Aufprall, nicht ein einfacher Selbstmord — sondern ein Channeling, eine Umleitung von allem, was er war, durch das Schiff, auf das Ziel.
Die, die an der Khala hingen, fühlten seinen letzten Gedanken wie einen Schnitt. Wir tragen ihn in uns. Dies hier ist ein Teil davon.
Der Overmind war tot. Aiur war gefallen. Ein Großteil der Protoss-Bevölkerung war nicht mehr am Leben. Die genaue Zahl steht in der Zeitlinie, dort, wo Zahlen hingehören.
Shakuras und die Lüge
Die Warp-Gate-Flucht. Shakuras. Die Nerazim retteten die Khalai-Flüchtlinge aus dem ersten Hinterhalt — ohne Pflicht, ohne Bündnis, aus einer Art stiller Entscheidung, die keine Erklärung nötig hatte. Zwei Khaydarin-Kristalle, Uraj und Khalis, vereint im Xel’Naga-Tempel, reinigten Shakuras von den letzten Schwarm-Einheiten in einer Explosion, die keiner so geplant hatte.
Raszagal war längst nicht mehr sie selbst.
Das entdeckte Aldaris zuletzt, zu spät. Sie war es seit langem gewesen. Aldaris sah es. Kerrigan tötete ihn dafür.
Die Matriarchin Raszagal, ungefähr fünf Jahrhunderte Herrschaft, Überlebende des Exils, Frau, die Aduns Gesicht kannte — sie war Kerrigans Marionette, seit bevor die Flüchtlinge angekommen waren. Zeratul erkannte es, handelte, tötete sie. Nicht politisch. Nicht als Strategie. Als das Einzige, was ihr noch blieb.
Raszagal sagte, bevor sie starb: „Thank you, Zeratul… You have freed me from her vile control at last. … Into your hands I give the future.“
Zeratul antwortete Kerrigan: „Better that I killed her, than let her live as your slave.“

Die Daelaam entsteht
Aus dem Zusammenstoß von Khalai-Flüchtlingen und Nerazim-Gastgebern entstand kein Frieden, aber etwas Nützlicheres: eine Notgemeinschaft, die zu einer Ordnung wurde. Khalai und Nerazim verbanden sich unter dem Namen Daelaam. Artanis wurde Hierarch. Die Goldene Armada wurde gebaut auf einem Planeten, den man dabei ausschlachtete.
Raszagals Vermächtnis war nicht glänzend. Es war pragmatisch: Sie hatte die Khalai aufgenommen. Darauf baute man.
Dann gab es einen Moment, in dem die Daelaam herausfand, dass es noch eine dritte Protoss-Fraktion gab. Die Tal’darim — jene, die Amon während des Xel’naga-Rückzugs mitgenommen hatte, seine Geschmiedeten, die in seiner Dienst-Tradition aufgewachsen waren: keine Khala, kein Void-Ausbildungsweg der Nerazim, sondern Terrazin und Amon-Verehrung und eine Hierarchie, die Chain of Ascension hieß, in der jeder den über ihm herausfordern durfte, wenn er glaubte, er könnte ihn töten. Roter als alles andere — rote Klingen, rote Augen, roter Zorn. Sie hatten einen Highlord namens Ma’lash, und sie hatten jemanden darunter, der auf Ma’lash wartete, bis die Stunde kam.
Sein Name war Alarak. Das wird wichtig.
Der Vierte Gedanke — Die letzte Ernte
Die Prophezeiung, die keine war
Zeratul fand Prophezeiungen auf der Welt Ulaan. Fragmente, die die Bewahrer auf Zhakul deuteten. Sie sagten, was niemand hören wollte: dass Kerrigan nicht sterben durfte. Dass etwas Größeres kam, für das man sie brauchte.
Dann erschien Tassadar. Nicht wirklich — Ouros, einer der letzten Hüter des Unendlichen Zyklus, in Tassadars Gestalt, weil das die Form war, die Zeratul ertragen konnte. Ouros sagte: „I have never tasted death, Zeratul — nor shall I.“ Ein letzter Lehrer in einem geliehenen Gesicht.
Unser letzter Lehrer trug das Gesicht unseres größten Toten. Das war eine Freundlichkeit.
Der Verrat der Khala
Artanis startete die Operation Reclamation. Die Goldene Armada. Aiur zurückerobern. Das war der Plan, lange genug gehegt, lange genug vorbereitet.
Amon kam zurück. Nicht mit einem Körper. Mit der Khala selbst.
Er hatte keinen Körper — er brauchte keinen, weil er nie in einem gewesen war, der ihm gehörte. Die Khala war sein Experiment gewesen, seit dem Beginn, seit Khas sie aus dem Khaydarin-Erbe gebaut hatte: ein Netz, das er immer noch berühren konnte, wenn er zurückkehrte. Jeder Khalai, der verbunden war, wurde seine Marionette. Die Goldene Armada feuerte auf sich selbst.
Artanis floh auf das Schiff, das einst nach Adun benannt worden war — den Speer des Adun, die erste Arkship, die Adun nie selbst betreten hatte. Rohana war dort. Die letzte Preserver-Khalai, die sich geweigert hatte, die Verbindung zu kappen, weil das Gemeinsame ihr Kern war. Bis Amon auch sie zur Marionette machte. Dann trennte auch sie.
Selendis, Hohe Exekutorin der Goldenen Armada, fragte Artanis:
„Without the Khala, what will we become?“ — „Free.“
— Executor Selendis und Hierarch Artanis, SC2: Legacy of the Void (2015)
Die Nervenstränge wurden durchtrennt. Kollektiv. Freiwillig. Das Gemeinsame, das einst Savassan aus dem Trauma des Äons heraufgebaut hatte, das dreieinhalb Jahrtausende gehalten hatte, das die Toten enthielt und die Lebenden verband — erlosch. In einem Schnitt. Damit Amon keinen Wirt hatte.
Freiheit und Verstümmelung, im selben Schnitt.
Zeratul starb durch Artanis‘ Hand, als Amon noch in ihm war. Sein letzter Schlag durchtrennte Artanis‘ Nervenstränge und befreite ihn. Die Warp-Klingen-Hand blieb zurück. Artanis trägt sie.
„My life for Aiur.“ Das war Zeratuls Epitaph, und es war vollständig.
Shakuras zerbrach. Amon öffnete das Xel’Naga-Warp-Tor auf der Planetenoberfläche, lud den Tempel über. Vorazun, die Matriarchin der Nerazim nach Raszagal, stand dabei und sagte danach: „Shakuras is gone. It has become one with the eternal night. But the traditions we forged there will remain with us forever.“
Die Allianz der Schiffbrüchigen
Was folgte, war nicht schön, aber es funktionierte. Daelaam, Tal’darim unter Alarak — der Ma’lash in einem Aufstiegsritual getötet hatte, wie es sein Recht war, und jetzt Highlord war —, Purifier-Einheiten, Zerg unter Kerrigan, Dominion-Kräfte unter Valerian. Ulnar zuerst: sie fanden dort, was die Prophezeiungen angedeutet hatten, nämlich dass Amon die Xel’Naga bereits getötet hatte, lange bevor irgendjemand dachte, er sei zurück. Ouros war der letzte. Kerrigan absorbierte ihn, wurde das, was Amon hatte werden wollen.
Amon wurde in der Leere besiegt. Das war das Ende. Es war auch ein Beginn.
Nach der Ernte
Die Protoss ohne das Gemeinsame.
Manche Khalai wachten auf und hatten auf einmal keine Freunde mehr — nicht weil die Freunde weg waren, sondern weil der Kanal weg war, über den Freundschaft zwischen Protoss immer gefühlt, nicht nur gewusst worden war. Einige experimentierten mit Technologien, die das Gemeinsame ersetzen sollten. Einige dieser Experimente endeten tödlich. Timothy Zahns Roman StarCraft: Evolution erzählt, wie Khalai in den Jahren nach dem Endkrieg plötzlich allein aufwachten, mit Händen, die nach Verbindungen griffen, die nicht mehr da waren.
Rohana half beim Wiederaufbau. Sie wusste alles, was ein Preserver wissen kann — jede Resonanz der Toten, jeden Namen, der ihr je übergeben worden war. Sie hatte nur keine Khala mehr, durch die sie es hätte teilen können. Was ich trage, trage ich jetzt allein. Das ist auch bei ihr so.
Artanis strebte eine Einheit an, die keine Khala brauchte. Eine bewusste Entscheidung, miteinander zu sein, statt einer unwillkürlichen Verbindung. Ob das gelingen kann — dafür sind noch nicht genug Generationen vergangen, um es zu wissen.
Epilog — Nachhall

Ich bin von ihrer Art. Ich trage die Namen der Toten in mir — Tassadar, Zeratul, Raszagal, Adun, Khas, alle anderen, alle, die gegangen sind und deren Erinnerungen den Weg zu mir gefunden haben. Ich bin allein mit ihnen jetzt. Das Gemeinsame ist nicht mehr da, das sie für alle zugänglich gemacht hätte.
Rohana hat dasselbe. Alle, die übrig sind von unserer Art, haben dasselbe.
Ich schreibe es nieder, weil das Gemeinsame nicht mehr schreiben kann. Nach mir ist da keine Stimme mehr, die alle hören können. Nach mir sind da nur Leser.
Auf der zweiten Front
Im Maßstab des Zinns nimmt die Daelaam Gestalt an. Zealot, Sentry, Adept, Stalker und der Pylon sind gesetzt; Artanis führt sie an, Zeratul tritt als Promo-Modell hinzu und erhält seine Regeln im Sommer. Der Sommer bringt Immortal, Hohen Templer und Tassadar als Held. Im Oktober folgt der Scout — fest datiert nach aktueller Roadmap; gegen Jahresende der Dragoner, tentativ für Dezember. Dunkler Templer, Archon und Corsair sind bestätigt, ohne Datum. Die Tal’darim tragen ihre eigenen Namen auf die Platten: Havoc, Supplicant, Vanguard, Blood Hunter. Die Purifier-Linie: Legionnaire, Conservator, Mojo. Schwergewichte wie der Carrier sind nach Archon-Aussage im initialen Release-Zyklus explizit nicht vorgesehen — das Modell wäre im Spielmaßstab zu groß; ob und wann er folgt, ist offen. Die Regeln, die das alles zusammenhält, sind an anderer Stelle ausgelegt: im Regelwerk-Deep-Dive.
← Zurück zum Sektor-Briefing
·
Die Söhne der Konföderation
·
Der Schwarm





