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XCOM – The Miniatures Game: Rivale fürs StarCraft TMG?

XCOM TMG - Modiphius / Firaxis – XCOM: The Miniatures Game (PM 'Hello, Commander')

Adjutant online. Die Langstreckensensoren melden Kontakt an einer zweiten Front: Am 29. April 2026, pünktlich zum 30-jährigen Bestehen von Firaxis, haben Firaxis und Modiphius eine Partnerschaft für XCOM – The Miniatures Game angekündigt. Die offizielle Pressemitteilung nennt nur diese beiden Namen; Take-Two beziehungsweise dessen Label 2K taucht bislang allein in Medienberichten wie Wargamer und Bleeding Cool als Lizenzpartner auf. Am 18. Juni folgte die Pressemitteilung mit dem stilechten Titel „Hello, Commander“ und den ersten belastbaren Details. Damit bekommt das Jahr 2026 sein zweites großes Videospiel-Tabletop: Das StarCraft TMG hat sein Regelwerk am 31. März veröffentlicht — dem offiziellen Release-Datum, gelegt aufs 28. StarCraft-Jubiläum —, die physische Auslieferung an Vorbesteller läuft seit dem 25. Mai und ist Anfang Juli noch im Gange. Demnächst rollt daneben der Alien-Abwehrkrieg von XCOM an.

Seither geistert eine Frage durch Foren und Kommentarspalten: Bekommt das StarCraft TMG hier ernsthafte Konkurrenz? Nach Sichtung aller verfügbaren Quellen fällt die Antwort nüchtern aus. XCOM TMG tritt als Design-Gegenentwurf an: Solo- und Koop-Kampagne gegen das System, wo das StarCraft TMG zwei Kommandeure kompetitiv gegeneinander antreten lässt. Dieselbe Nische, dasselbe Jahr, dasselbe Grundmotiv Mensch gegen Alien — nur der Spielanlass ist ein völlig anderer. Gerade deshalb lohnt der zweite Blick. Dieses Briefing sortiert, was bestätigt ist, was bisher nur Community-Lesart ist und was schlicht noch niemand weiß.

Kontaktanalyse: Was XCOM – The Miniatures Game sein will

Modiphius bezeichnet das Spiel offiziell als „Adventure Wargame“ für Solo- und Koop-Partien. Im Zentrum steht die Kampagne gegen die Alien-Invasion, allein oder gemeinsam gegen das System gespielt. Ein PvP-Modus steckt ebenfalls im Regelwerk, dort übernimmt ein Spieler die Kontrolle über die Aliens; er bleibt aber Zusatzoption. Schon der Grundmodus unterscheidet sich damit deutlich vom StarCraft TMG, das als kompetitives 32mm-Skirmish mit D6-System ausgelegt ist und auf 1000-Punkte-Partien von rund 60–90 Minuten zielt. Zwei Systeme, die sich künftig womöglich dasselbe Regalbrett teilen, aber unterschiedliche Abende bedienen.

Das Core-Rulebook umfasst 180 Seiten in Vollfarbe und deckt den kompletten Kriegsverlauf ab: Squad-Erstellung, Missions-Generierung im Verlauf des Krieges, Encounter- und Kampfsystem, Ausbau des XCOM-Hauptquartiers, Tech-Forschung, Terrain-Regeln und den erwähnten PvP-Modus. Wer die Videospiel-Vorlage kennt, erkennt das Muster sofort: HQ-Ausbau plus Forschung, das ist die strategische Meta-Ebene von XCOM: Enemy Unknown, das die Pressemitteilung „Hello, Commander“ ausdrücklich als Vorlage nennt — hier übertragen aufs Tabletop. Auffällig ist schon der Umfang: 180 Seiten sind eine Ansage für ein Spiel, das sich primär an Solo- und Koop-Spieler richtet, und sie deuten darauf hin, dass Modiphius die Kampagnenmechanik nicht als Beiwerk behandelt. Wer den Klassiker vor dem Tabletop-Start nachholen oder auffrischen will, findet XCOM: Enemy Unknown nach wie vor im Handel.

Wave 1 bringt einen sechsköpfigen Operatives-Trupp und sieben Alien-Typen auf den Tisch: Sectoids, Sectoid Commanders, Thin Men, Outsiders, Floaters, Chryssalids und Seekers, dazu Infection-Pods als Terrain. Chryssalids in Miniaturform — eine Kreatur, die sich auch in einem Zerg-Schwarm nicht verstecken müsste. Zur Spielerzahl hält sich Modiphius auffällig bedeckt: Offiziell kommuniziert sind bislang nur „solo and co-op“ plus der PvP-Modus; eine konkrete Ober- oder Untergrenze nennt der Hersteller nicht. Wer das Spiel für eine feste Gruppe einplant, sollte kommende Ankündigungen also im Auge behalten. Der Solo- und Koop-Fokus dagegen ist klar dokumentiert, und genau dort liegt die Zielgruppe dieses Systems.


Die DNA im Maschinenraum: Five Parsecs From Home

Der vielleicht spannendste Satz der Ankündigung betrifft das Regelfundament: Das System basiert auf „Five Parsecs From Home“ von Ivan Sorensen, einem Kampagnen-Wargame mit ausgeprägter Rogue-lite-DNA. Übersetzt heißt das: Der eigene Trupp zieht von Mission zu Mission, wächst, steckt Rückschläge ein und schreibt dabei seine eigene Kriegsgeschichte. Im XCOM TMG mündet diese DNA in die Missions-Generierung im Kriegsverlauf; der Konflikt entwickelt sich von Partie zu Partie weiter, statt in abgeschlossene Einzelgefechte zu zerfallen. Zusammen mit dem HQ-Ausbau und der Tech-Forschung deckt das auf dem Papier beide Hälften der XCOM-Formel ab: das Gefecht am Boden und den Krieg dahinter.

Für ein XCOM-Spiel ist das eine stimmige Wahl: In der Szene wird gern darauf verwiesen, dass Sorensen X-COM in den Inspirationslisten fast aller seiner Spiele führt. Entsprechend fiel die Reaktion aus. Im RPG-PUB-Forum wurde die Ankündigung gefeiert — der Thread ist überschaubar, die Begeisterung darin aber einhellig. Ein Nutzer machte sein Urteil ausdrücklich davon abhängig, dass das Spiel auf Sorensens Solo-/Koop-Adventure-Framework aufsetzt — eine Bedingung, die inzwischen erfüllt ist — und schrieb:

„a masterpiece and exactly what I’ve been asking Santa for every year since I first read Five Leagues 2e in 2019“

— Nutzer im RPG-PUB-Forum

Die Personalie dahinter ist inzwischen geklärt: Die offizielle Website www.xcomminiaturesgame.com trägt prominent den Banner „A GAME BY IVAN SORENSEN“, und auch ComicBook.com nannte Sorensen am 28. Juni als Designer. Lediglich die Pressemitteilung „Hello, Commander“ vom 18. Juni hatte ihn nicht namentlich erwähnt — daher rührte die anfängliche Unsicherheit in der Szene. Der Mann, dessen Regelwerk das Fundament liefert, zeichnet also auch selbst als Designer verantwortlich; der Kreis schließt sich ganz offiziell. Wer sich ansehen will, worauf das XCOM TMG regelseitig aufbaut: Das Original Five Parsecs From Home ist verfügbar und dürfte die beste Vorbereitung auf das sein, was da kommt.


Monatlicher Nachschub: Eskalation statt Armeeliste

Beim Release-Modell schlägt Modiphius einen ungewöhnlichen Kurs ein. „New aliens will start to appear each month during the war“, heißt es vom Hersteller: Monat für Monat sollen neue Alien-Typen auftauchen, begleitet von kaufbaren Encounter-Sets. Die Erweiterungslogik folgt damit der Erzählung des Krieges — die Invasion eskaliert, und der Spieltisch eskaliert mit.

Die Liste der bereits angekündigten Verstärkungen liest sich wie ein Who’s who der Vorlage: S.H.I.V.s, Veteran Operatives, Mutons als Berserkers und Elites, Cyberdiscs, Drones, Mechtoids, MEC Troopers, Heavy Floaters, Ethereals und Sectopods. Dazu kommt eine EXALT-Fraktion, inspiriert von Enemy Within. Wer die Vorlage gespielt hat, ahnt, was allein Ethereals und Sectopods als Eskalationsstufe bedeuten; das Spätspiel dürfte auf dem Tisch entsprechend wuchtig ausfallen.

Das StarCraft TMG verfolgt einen anderen Fahrplan: eine Roadmap bis mindestens 2035, ab 2027 sollen zusätzlich Brettspiele folgen. Dort zielt der Ausbau auf den Listen-Aufbau, also auf mehr Optionen für die eigenen 1000 Punkte. XCOM erzählt stattdessen mit jedem Monat die nächste Bedrohung. Für Spieler bedeutet das zwei sehr unterschiedliche Kaufanreize: hier der wachsende taktische Werkzeugkasten fürs nächste Duell, dort der Fortgang der Story eines Krieges.

Zur vollständigen Lagebeurteilung gehört die Kehrseite: Ein Monatsmodell erzeugt einen abo-artigen Dauerkaufdruck. Wie eng die Taktung tatsächlich ausfällt und was die einzelnen Encounter-Sets kosten, hat Modiphius bislang nicht spezifiziert. Budgetplaner sollten diesen Posten wie einen angekündigten Zerg-Rush behandeln: Man weiß, dass Nachschub anrollt, nur nicht in welcher Frequenz und zu welchem Preis. Positiv gelesen senkt das Modell zugleich die Einstiegshürde: Am Anfang steht ein überschaubarer Trupp von sechs Operatives, der Rest wächst mit der Bedrohungslage mit.


Resin für die Vitrine: die Miniaturen

Bei den Modellen setzt Modiphius auf mehrteilige Resin-Miniaturen mit Sammleranspruch, gefertigt vom selben Team, das bereits die Linien zu Fallout, Elder Scrolls und Mass Effect verantwortet. Die Modelle sind erkennbar auch als Maler- und Vitrinenprodukt positioniert, nicht nur als reines Spielmaterial. Die ersten Previews — Operatives, ein Sectoid, ein Thin Man — nahm die Redaktion von OnTableTop enthusiastisch auf, garniert mit den unvermeidlichen Scherzen über XCOM-typische Würfel-Fails.

Beim Maßstab ist Präzision gefragt: Die Angabe „32mm heroic scale“ taucht bislang nur bei OnTableTop auf, und dort lediglich als Verschlagwortung des Artikels, nicht im Fließtext — Modiphius selbst hat keine offizielle Zahl genannt. Das StarCraft TMG spielt bestätigt in 32mm, und seine Miniaturen bestehen nach Angaben von Hersteller Archon Studio aus HIPS-Spritzgussplastik. Der Materialkontrast ist damit belegt: Sammler-Resin bei XCOM, Spritzguss-Plastik bei StarCraft.

Sicher ist auch: Resin will grundiert und bemalt werden, und mehrteilige Sammlermodelle sind erfahrungsgemäß eher ein Projekt für die Werkbank als für den schnellen Spielstart. Wer sein Farbsortiment rechtzeitig aufstocken möchte, wird bei einem soliden Acrylfarben-Set für Miniaturen fündig.


Gegenüberstellung: zwei Spiele, zwei Missionen

Für den schnellen Überblick die wichtigsten Eckdaten beider Systeme nebeneinander — mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass mehrere Angaben zum XCOM TMG noch vorläufig oder unbestätigt sind.

Merkmal XCOM – The Miniatures Game StarCraft TMG
Spielansatz Solo-/Koop-„Adventure Wargame“, PvP-Modus als Zusatz Kompetitives Skirmish
Regelbasis Five Parsecs From Home (Ivan Sorensen) D6-System
Vorlage XCOM: Enemy Unknown (laut PM offizielle Vorlage) StarCraft
Partieformat Kampagne gegen das System; Formate offen 1000-Punkte-Partien, rund 60–90 Minuten
Maßstab „32mm heroic scale“ (nur laut OnTableTop, offiziell unbestätigt) 32mm (bestätigt)
Material Mehrteiliges Resin HIPS-Spritzgussplastik (Herstellerangabe)
Startumfang Wave 1: 6 Operatives, 7 Alien-Typen, Infection-Pods-Terrain
Release-Modell Monatlich neue Aliens plus Encounter-Sets (Taktung/Preise offen) Roadmap bis mind. 2035, Brettspiele ab 2027
Termine Pre-Order Juli 2026, Handel Herbst/Winter 2026 Pre-Order 10.03.2026, Regel-Release 31.03.2026, Versand ab 25.05.2026
Preise Komplett offen

Auffällig ist vor allem, wo die Fragezeichen sitzen: Überall dort, wo das StarCraft TMG mit harten Zahlen antritt — Punktgröße, Partiedauer, Termine —, ist beim XCOM TMG noch vieles vorläufig. Das liegt weniger am Spiel als am Kalender: Das eine Produkt wird gerade ausgeliefert, das andere ist eine Ankündigung mit Fahrplan.


Bekannte Unbekannte: was die Ankündigung offenlässt

Ein sauberes Briefing benennt auch die Lücken in der eigenen Aufklärung. Die größte: Preise. Weder für die Core-Produkte noch für die monatlichen Encounter-Sets gibt es bislang Zahlen. Dazu kommen der offiziell unbestätigte Maßstab und die unscharfe Spielerzahl; Modiphius spricht von Solo und Koop plus PvP, mehr nicht. Auch der konkrete Pre-Order-Tag im Juli steht noch aus, ebenso jede Angabe dazu, wie streng das Monatsmodell wirklich getaktet sein wird. Für Bastler mit gemischten Vitrinen bleibt außerdem spannend: Sollte sich die 32mm-Angabe bestätigen, lägen beide Spiele im selben Maßstabsbereich — offiziell verbürgt ist das für XCOM aber gerade nicht.

Der wichtigste Vorbehalt betrifft allerdings die Spielqualität selbst: Es existieren noch keine unabhängigen Reviews oder Playtests. Alles, was hier steht, basiert auf Ankündigungen, Pressematerial und ersten Previews. Das hier ist eine Einschätzung der Informationslage, keine Qualitätsbewertung. Ob sich der Krieg gegen die Invasion am Tisch so gut anfühlt wie auf dem Papier, kann heute niemand seriös beurteilen.


Einschätzung: eher Ergänzung als Ersatz

Ernsthaft zittern muss das StarCraft TMG am Spieltisch kaum. Wer kompetitive 1000-Punkte-Gefechte in rund 60–90 Minuten sucht, bleibt dort bestens versorgt. Wer dagegen allein oder im Koop eine fortlaufende Kampagne gegen ein eskalierendes Alien-System führen will, bekommt mit XCOM TMG etwas, das im StarCraft-Portfolio in dieser Form bislang fehlt. Ums Hobby-Budget konkurrieren die beiden sehr wohl, um denselben Spielabend nur bedingt. Für viele dürfte die realistische Zukunft ohnehin beides heißen — StarCraft für den Gegner gegenüber, XCOM für die Abende, an denen der Gegner das Spiel selbst sein soll.

Interessant ist der strategische Kontext: Modiphius bringt sein etabliertes Muster für Videospiel-Lizenz-Miniaturen, erprobt an Fallout, Elder Scrolls und Mass Effect, genau in dem Fenster in Stellung, das der StarCraft-Start geöffnet hat. Die Nische der Videospiel-Tabletops füllt sich damit spürbar — aus Sicht der Hobbyisten erst einmal eine gute Nachricht, denn mehr Auswahl bei unterschiedlichen Spielanlässen hat noch keinem Spieltisch geschadet. Und für StarCraft-Fans mit Vorliebe für den Pinsel ist XCOM ohnehin ein zweites Jagdrevier: Sectoids und Chryssalids in Resin sind eine andere Übung als Marines und Zerglinge.

Wer unsicher ist, hat einen vergleichsweise risikoarmen Einstieg vor sich: Die Print-Vorbestellung liefert das Rulebook-PDF sofort mit, die Regeln lassen sich also lesen, lange bevor die erste Miniatur ausgeliefert wird. Alle anderen warten auf unabhängige Ersteindrücke, die es Stand heute noch nicht gibt.

Für den Kalender: Pre-Order ab Juli 2026, der genaue Tag steht aus; Handelsstart im Herbst/Winter 2026. Zum Pre-Order-Sortiment gehört außerdem kaufbares Zubehör: Deluxe-Acryl-Tokens, Referenzkarten und ein offizielles Würfelset. Offizielle Anlaufstelle ist www.xcomminiaturesgame.com. Sobald Preise oder erste unabhängige Eindrücke vorliegen, wird dieses Lagebriefing aktualisiert. Adjutant: Ende der Übertragung.

Quellen

>_ TERRAN INTEL BRIEFING

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