Die Founders Edition ist raus, 3,3 Millionen Dollar eingesammelt, 45.000 Kommandanten warten auf ihre Pakete. Soweit die aktuelle Lage. Aber was kommt danach? Archon Studio hat in einem ICv2-Interview die langfristigen Pläne für StarCraft TMG offengelegt — und die haben es in sich.
Wave 2 und 3: Schwere Geschütze und Psioniker
Im Juni rollt Wave 2 an. Siege Tank, Ravager und Immortal bringen die schweren Kontereinheiten ins Spiel. Dazu kommt eine Standard-Version von Zeratul als Hero-Box. Taktisch bedeutet das: Wer bisher mit reinen Zergling-Schwärmen oder Zealot-Rushes durchkam, wird umdenken müssen. Der Siege Tank allein ändert die Gleichung fundamental — Belagerungsreichweite gegen Mobilität, das alte Terran-Dilemma.
Zwei Monate später, im August, wird es psionisch. Tassadar und die High Templars für die Protoss, Defiler und Zagara bei den Zerg, Raven und Nova auf Terran-Seite. Support-Caster und neue Helden in einem Paket. Wer sich an die Psi-Storm-Meta aus dem Computerspiel erinnert — ja, genau diese Energie.
Sub-Fraktionen: Mehr als nur drei Farben
Hier wird es richtig interessant. Archon baut nicht einfach drei Armeen und fertig. Die bestätigten Sub-Fraktionen lesen sich wie ein Who’s Who des StarCraft-Universums: Raynor’s Raiders und die Dominion auf Terran-Seite, Kerrigan’s Brood und Dehaka’s Pack bei den Zerg, Alarak und Fenix bei den Protoss. Jede Sub-Fraktion soll eigene taktische Schwerpunkte mitbringen.
Meine Lagebeurteilung: Das ist der kluge Weg. Statt das Spielfeld mit zehn verschiedenen Fraktionen zu überfluten (und den Retail-Markt zu fragmentieren), vertiefen sie die bestehenden drei. Raynor’s Raiders spielen sich anders als die Dominion — gleiche Einheiten, unterschiedliche Doktrin. Das kennen wir aus dem Computerspiel, und am Tabletop funktioniert dieses Prinzip mindestens genauso gut.
Der lange Schatten: Nerazim, UED und Co-op Commander
Und dann hat Archon Studio in dem ICv2-Interview die wirklich großen Namen fallen lassen. Nerazim — die Dunklen Templer als eigenständige Protoss-Fraktion. Die Dominion als separater Terran-Zweig (nicht nur Raynor’s Rebellen). Beides offiziell in der Pipeline.
Darüber hinaus? Unter aktiver Prüfung stehen laut Archon: die UED (United Earth Directorate — für Brood-War-Veteranen ein sofortiger Gänsehaut-Moment), verschiedene Cerebrate-Varianten bei den Zerg, und — hier musste ich kurz innehalten — Co-op Commander-Fraktionen aus StarCraft 2. Tychus. Stetmann. Am Tabletop.
Ob und wann das alles kommt, steht noch aus. Aber die Richtung ist klar: Archon denkt in Dekaden, nicht in Quartalen. Der offizielle Support-Horizont reicht bis mindestens 2035. Neun Jahre kontinuierliche Erweiterungen — das wäre im Tabletop-Segment eine Ansage.
Was das für die Community bedeutet
Die Painting-Szene nimmt bereits Fahrt auf. Phantasos Studio hat Mitte April eine aufwendig bemalte Kerrigan-Miniatur vorgestellt, und in den einschlägigen Foren tauchen täglich neue Bemalbeispiele auf. Die Zerg-Modelle nehmen Kontrastfarben besonders gut an (wer hätte das bei organischem Chitinpanzer gedacht), während die Protoss-Modelle mit ihren glatten Oberflächen eher für NMM-Techniken taugen.
Auf der kompetitiven Seite arbeitet Archon an Tournament-Support für lokale Stores und plant perspektivisch eigene offizielle Turniere. Das System mit den drei Kern-Fraktionen plus Sub-Fraktionen ergibt dabei eine Meta-Tiefe, die deutlich über das hinausgeht, was die reine Einheitenauswahl vermuten lässt.
Wer seine Founders Edition im Mai in den Händen hält, kann sich also auf mehr freuen als ein fertiges Spiel. StarCraft TMG ist ein Langstrecken-Projekt — und die Koordinaten stehen.
Quellen: ICv2 — Long-Term Vision for Retail | Prism News — Wave Schedule | Phantasos Studio — Kerrigan Painting
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