Die Founder’s Edition ist raus, die Boxen landen bei den Backern — und jetzt meldet sich die Hobby-Presse zu Wort. Tale of Painters, eine der etabliertesten Wargaming-Seiten im englischsprachigen Raum, hat das StarCraft TMG Starter Set unter die Lupe genommen. Ihr Urteil? Ziemlich eindeutig.
Schwer wie ein Belagerungspanzer
„The box is big, and the box is heavy“ — so beginnt Autor Stahly seinen Testbericht. Und tatsächlich steckt einiges drin in der 199-Euro-Box: 12 Marines, 2 Marauder, 3 Medics und Jim Raynor mit Point Defense Drone für die Terraner. Die Zerg kontern mit 24 Zerglingen samt vier Creep-Tumor-Markern. Dazu eine Stoff-Spielmatte, Plastik-Gelände, Würfel, Regelkarten und eine Aufbauanleitung. Vom Volumen her vergleicht Tale of Painters die Box mit GW-Flaggschiffen wie Skaventide und Armageddon.
Ein gedrucktes Regelbuch fehlt allerdings — die Core Rules gibt es nur digital. Kostenlos zwar, aber für manche Spieler dürfte das ein Wermutstropfen sein.
Qualität auf Augenhöhe mit dem Marktführer
Beim Plastik wird’s interessant. Archon Studio setzt auf farbiges HIPS (High Impact Polystyrene) — metallisches Blau für Terraner, Lila für Zerg — und transparente Effektteile für Mündungsfeuer, Rauch und Visiere. Die Miniaturen sehen direkt vom Gussrahmen schon was her, ganz ohne Farbe. „Archon Studios are masters of coloured hard plastic injection moulding“, schreibt Stahly.
Gussqualität und Schärfe? „Excellent“, bei minimalen Formlinien. Zusammenbau und Passgenauigkeit auf dem Niveau moderner Warhammer-Kits, wobei das Plastik marginal weicher sei als bei Games Workshop. Wer seine Marines mal neben Primaris Space Marines stellt, wird feststellen: Die StarCraft-Jungs sind spürbar größer und massiger auf derselben 32mm-Base.
Die Poseoptionen fallen dagegen etwas eingeschränkter aus als bei manchen Konkurrenz-Kits. Marines bieten sechs verschiedene Posen mit optionalen Waffenwechseln (Gewehr, Slugthrower, Granatwerfer) plus Zubehör wie Kampfschilde, Bajonette und Holster-Pistolen. Die Marauder haben fixe Körper mit je drei Armoptionen pro Seite. Medics? Keine Posen-Varianz, nur Kugelgelenk-Köpfe zum Drehen. Raynor hingegen glänzt mit mehreren Armpaaren und zwei Scenic-Base-Optionen.
Taktische Einschätzung
Was Tale of Painters hier beschreibt, deckt sich mit dem, was die Community seit Monaten spürt: Archon Studio liefert ab. Die Founder’s Edition packt genug Material für 820 bis 1.150 Punkte pro Fraktion in eine Box — das reicht für vollwertige Partien, nicht nur für ein Kennenlernspiel.
Dass der Preis dabei unter dem Marktführer liegt und die Regeln komplett kostenlos sind, macht die Einstiegshürde niedrig. Punkt. Die offene Frage bleibt, ob Archon die Range langfristig ausbauen kann — mit nur drei Fraktionen und einem überschaubaren Einheiten-Pool ist das Fundament solide, aber die Tiefe muss noch kommen. Wave 2 mit Siege Tank, Immortal und Ravager (Vorbestellungen ab 23. Juni) wird da der erste echte Lackmustest.
Wer auf das StarCraft TMG gewartet hat und bisher gezögert hat: Die Founder’s Edition hat den GW-Vergleich bestanden. Und das ist — in dieser Branche — keine Selbstverständlichkeit.
Quellen: Tale of Painters — Founder’s Edition Review | Tale of Painters — Unboxing-Video (YouTube)
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