Lagebriefing, Kommandanten. Die Khalai haben ihre Klingen geschärft — und Teilzeithelden hat einen ersten deutschsprachigen Fraktionsfokus zu den Protoss im StarCraft Tabletop Miniatures Game veröffentlicht. Autor Geoffrey Förste zerlegt in seiner Rezension vom 10. April die goldene Armee bis auf die Psi-Klingen. Und — so viel vorab — die Aufklärung bestätigt, was wir alle befürchtet haben: Artanis‘ Leute spielen in einer eigenen Liga.
Nach dem Terraner-Test ist das jetzt der zweite Einsatzbericht der Reihe. Timing passt: Die Founders Edition läuft am 17. April aus. Wer noch zugreifen will, hat also keine Woche mehr.
Wenige, aber dafür reichen sie
Die Kernaussage der Rezension trifft den Nerv jedes Protoss-Spielers: „Sehr starke Eliteeinheiten mit klarer Identität“, aber — und das ist der Haken — „geringe Modellanzahl kann Fehler hart bestrafen“. Förste bringt es auf den Punkt. Wer mit den Khalai antritt, verliert nicht viele Einheiten. Aber jede einzelne davon schmerzt.
Das Starter-Lineup, das er im Spiel hatte:
Artanis als Held — vielseitiger Nahkämpfer mit einer Tauschfähigkeit, die laut Rezension das gesamte Stellungsspiel umkrempeln kann. Der Hierarch ist also kein Schauobjekt, sondern taktischer Dreh- und Angelpunkt. Zealots und Praetor Guard erledigen die Nahkampfarbeit — klassisch, kompromisslos, und laut Förste „mit hoher Schlagkraft“. Die Adepts bringen Fernkampf plus Psionic Transfer — eine Fähigkeit, die das Spiel aus der Distanz kippen kann, wenn man sie richtig einsetzt. Die Sentrys stellen Schutzfelder — mechanisch offenbar die Klammer, die die teure Elite überhaupt überleben lässt. Stalker liefern mobile Feuerkraft gegen Gepanzertes (Siege Tanks, aufgepasst). Und die Pylone — halb Gebäude, halb Taxi — ermöglichen das charakteristische Protoss-Teleportieren quer über das Spielfeld.
Klingt nach viel? Ist es auch. Aber Förste warnt sofort: „Noch überschaubare Einheitenvielfalt zum Start.“ Will heißen: Was hier vorliegt, ist die Basis. Mehr kommt erst mit Wave 2 und 3.
Taktische Einschätzung aus der Kommandozentrale
Förstes Fazit liest sich wie eine Warnung an Neueinsteiger — und wie ein Liebesbrief an Veteranen: „Eine stimmige, thematisch dichte und spielerisch reizvolle Armee“ für taktisch orientierte Spieler. Übersetzt: Wer hier rein improvisiert, wird von den Zerg überrannt und von den Terranern zerschossen.
Der Rezensent hebt die „vielen taktischen Möglichkeiten durch Fähigkeiten und Karten“ hervor. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Diese Optionen wollen alle beherrscht werden. Wer die Pylon-Mechanik nicht versteht oder Artanis‘ Tausch-Fähigkeit zum falschen Zeitpunkt zündet, hat im Mid-Game ein Problem. Ein ernsthaftes.
Meine Lagebeurteilung: Die Protoss sind die schwerste Einsteigerfraktion im Starter. Punkt. Wer das erste Mal zu einem TMG greift und zwischen Terran und Protoss schwankt — bleibt beim blauen Trupp. Wer schon ein paar Partien Warhammer 40k, Star Wars: Shatterpoint oder ein vergleichbares Skirmish-Spiel hinter sich hat, kann mit Artanis loslegen. Der Payoff ist enorm.
Eine Sache fällt auf: Förste lobt die „klare Identität“ der Fraktion. Das ist mehr als bloßes Lob. Die Protoss fühlen sich im Spiel offenbar nicht wie „Terran mit Schilden und Beamer“ an — sondern tatsächlich wie eine Fraktion mit eigener Philosophie. Weniger, aber jede Einheit zählt. Bewegung ist Teil der Waffe. Schilde sind Ressource, nicht bloß Rüstung. Archon Studio hat bei der Umsetzung offenbar genau das hingekriegt, was bei Lizenzadaptionen so oft scheitert: fraktionale Asymmetrie.
Was fehlt — und was noch kommt
Zwei Helden-Lücken stechen hervor: Tassadar und Zeratul sind im Starter nicht enthalten. Zeratul kennen wir als Promo-Miniatur bereits aus dem Wave-Fahrplan 2026 — er kommt laut Roadmap im Juni. Tassadar steht für Wave 2 auf der Liste. Wer also mit den drei Legenden gleichzeitig antreten will, muss Geduld mitbringen und die Kreditkarte gezückt halten.
Was die Rezension nicht anspricht (und das ist eine eigene Baustelle): der Khalai-vs-Nerazim-Split, den Archon Studio in späteren Wellen aufmachen will. Die Pylone werden explizit der Khalai-Fraktion zugeordnet — das deutet darauf hin, dass die Dunklen Templer ein eigenes Bewegungssystem bekommen. Spekulation, aber plausibel. Wenn ihr mich fragt: Das ist die Art von Fraktion-in-der-Fraktion-Design, das StarCraft-Lore-Fans entweder lieben oder hassen werden. Keine Zwischentöne.
Einsatzbewertung
Teilzeithelden liefert hier keine Jubelarie. Förste bleibt sachlich, benennt die Schwächen (Modellanzahl, Einstiegshürde) und lobt, was zu loben ist (Identität, taktische Tiefe). Das ist genau die Art Rezension, die TMG-Interessenten vor der Pre-Order brauchen — besonders die, die noch zwischen Terran-Starter und Protoss-Starter schwanken.
Kurzfassung für eilige Kommandanten: Wenn ihr Schachspieler seid, die gerne mit weniger Figuren mehr Schaden anrichten — nehmt die Protoss. Wenn ihr lieber Massen in Stellung bringt und über Feuerkraft dominiert — die Terraner warten nebenan.
Die Pre-Order endet am 17. April. Danach geht es in die Retail-Phase, und Archon Studio hat angekündigt, dass die Founders Edition nicht wiederholt wird. Wer die exklusiven Komponenten will, hat noch ein Zeitfenster. Klein, aber offen.
Der Adjutant schließt mit einer ehrlichen Frage an die Leserschaft: Wer von euch greift zum Protoss-Starter und warum? Oder — noch besser — wer schreibt uns nach der Erstpartie eine Mail, wie sich Artanis‘ Tausch-Fähigkeit wirklich anfühlt? Die Kommandozentrale hört mit.
Quellen
Teilzeithelden: StarCraft TMG — Fraktionsfokus Protoss: Mein Leben für Aiur (Geoffrey Förste, 10.04.2026)
StarCraft-TMG.com — News & Wave-Fahrplan 2026
Archon Studio — Offizielle Ankündigung & Fraktionsübersicht
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