# Painting-Guide: Den Zerg-Schwarm bemalen – Contrast Paints, Carapace-Verläufe und organische Texturen
**Lagebriefing:** Die Zerg sind da. Und sie wollen bemalt werden. Dieser Guide liefert dir die taktische Übersicht, mit der du deinen Schwarm von grauen Rohlingen in eine bedrohliche, biomechanische Streitmacht verwandelst – effizient, wirkungsvoll und mit klarem Fokus auf die Stärken der Modelle.
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## Warum Zerg-Modelle so dankbar zu bemalen sind
Wer sich die Zerg-Miniaturen des *StarCraft Tabletop Miniatures Game* zum ersten Mal genauer ansieht, erkennt schnell: Diese Modelle wurden für organische Maltechniken gemacht. Chitinpanzer, gewundene Tentakel, ausgeprägte Muskelstränge und tief eingeschnittene Gelenkspalten – all das sind natürliche Fallen für Farbe und Wash. Wo ein Terran-Marine glatte Metallflächen und harte Kanten bietet, liefert ein Zergling oder ein Hydralisk ein dreidimensionales Labyrinth aus Vertiefungen und Erhöhungen.
Quellen wie **Tangible Day** und **Goonhammer** haben in ihren Previews und Ersteinschätzungen genau diesen Punkt hervorgehoben: Die organischen Formen der Zerg sind außergewöhnlich gut für moderne Schnellmaltechniken geeignet. Das bedeutet konkret: **Contrast Paints** und vergleichbare Single-Layer-Farben entfalten hier ihr volles Potential.
Für Einsteiger ist das eine Einladung. Für erfahrene Painter ist es eine Einladung, schneller fertig zu werden.
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## Material-Checkliste: Was du brauchst
Bevor der erste Pinsel angesetzt wird, sollte das Equipment stehen:
– **Grundierung:** Wraithbone (Spray oder Airbrush) – die warme Cremebasis hebt Contrast Paints optimal
– **Contrast Paints:** Mindestens zwei bis drei Töne für Carapace und Fleisch (z. B. *Militarum Green*, *Plaguebearer Flesh*, *Skeleton Horde*)
– **Washes:** Agrax Earthshade, Nuln Oil – für Vertiefungen und Schattierung
– **Drybrush-Farben:** Hellere Versionen der Basisfarben, z. B. *Screaming Skull* oder *Ushabti Bone*
– **Detailfarben:** Rot für biomorphe Organe, Gelb-Orange für Augen
– **Matt-Varnish:** Zum Schutz und zur Vereinheitlichung der Oberfläche
– **Optionales Werkzeug:** Airbrush für Gradient-Übergänge am Carapace
**Hinweis zu Clear-Plastic-Teilen:** Einige Zerg-Modelle (z. B. Gardianen oder fliegende Einheiten) verfügen über transparente Flügelteile aus klarem Kunststoff. Dazu später mehr.
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## Schritt 1: Grundierung und Basecoat
### Die Wraithbone-Entscheidung
Die Wahl der Grundierungsfarbe ist keine Kleinigkeit – sie definiert den gesamten Farbcharakter des Modells. Für Zerg empfiehlt sich **Wraithbone** gegenüber dem kühleren *Grey Seer*, weil die warme, cremig-gelbliche Basis die biologischen Farbtöne natürlicher wirken lässt. Chitinpanzer wirken dadurch weniger steril, Fleischtöne organischer.
Wer mit Spray grundiert, sollte aus ca. 25–30 cm Abstand arbeiten und lieber zwei dünne Schichten als eine dicke Schicht aufbringen. Die feinen Oberflächendetails der Zerg-Modelle sind schützenswert.
### Erste Basisflächen
Nach der Grundierung können bereits mit einem breiten Pinsel die Hauptbereiche grob eingefärbt werden – noch keine Contrast Paints, sondern nur eine orientierende Zuteilung: Wo ist Carapace, wo ist Fleisch, wo sind die Augen?
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## Schritt 2: Contrast Paints – Der Kern des Workflows
Hier liegt die eigentliche Stärke dieses Ansatzes. Contrast Paints funktionieren auf Zerg-Modellen aus demselben Grund, aus dem Wasser bergab fließt: Sie suchen sich von allein die tiefsten Punkte.
### Carapace
Für den Chitinpanzer empfehlen sich dunkle, gesättigte Töne:
– **Militarum Green** – erzeugt einen klassischen Schwarm-Khaki-Look
– **Ork Flesh** kombiniert mit **Blood Angels Red** – für einen aggressiveren, rötlich-braunen Ton
– **Wyldwood** – für ein dunkleres, fast schwarzes Chitin mit Braun-Unterton
Wichtig: Contrast Paints werden **dünn und zügig** aufgetragen. Kein Zurückgehen auf bereits angetrocknete Flächen – das erzeugt unschöne Flecken. Eine ruhige Hand und Selbstvertrauen sind gefragt.
### Fleischpartien
Die exponierten Muskel- und Gewebepartien zwischen den Chitinplatten profitieren von:
– **Plaguebearer Flesh** – gelblich-grüner, fast kranker Ton, passt perfekt zur Zerg-Ästhetik
– **Skeleton Horde** – für einen knochenartigen, ausgebleichten Unterbauch
### Überblendungen direkt aus der Flasche
Ein fortgeschrittener Trick: Zwei Contrast Paints noch feucht ineinander verlaufen lassen. Beispiel – *Militarum Green* am Plattenrand, *Skeleton Horde* in der Mitte des Carapaces – ergibt einen natürlichen Übergang ohne zusätzliche Arbeit. Diese Methode hat **Minis For War** in ihrer Painted-Showcase-Version des Starter Sets demonstriert und erzeugt beeindruckende Tiefenwirkung.
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## Schritt 3: Carapace-Verläufe – Der optische Schlüssel
Wenn es ein einzelnes Element gibt, das Zerg-Miniaturen von “bemalt” zu “beeindruckend” befördert, dann ist es der **Carapace-Verlauf**. Die Chitinplatten der Zerg sind von Natur aus gewölbt – und diese Wölbung schreit nach einem Highlight-Verlauf von dunkel nach hell.
### Methode A: Drybrush-Layering
Die zugänglichste Methode:
1. Basisfarbe mit Contrast Paint setzen (z. B. *Militarum Green*)
2. Nach Trocknung mit *Elysian Green* trocken über die erhabenen Flächen bürsten
3. Zweite, hellere Schicht mit *Ogryn Camo* auf den höchsten Punkten
4. Abschließendes Mini-Highlight mit *Screaming Skull* nur auf den direkten Kanten
Das Ergebnis: Ein dreidimensionaler Panzer, der Licht glaubwürdig reflektiert.
### Methode B: Airbrush-Verlauf
Wer einen Airbrush zur Verfügung hat, kann die Verläufe deutlich weicher gestalten:
1. Gesamtes Modell mit Wraithbone airbrushen
2. Von oben-frontal eine dunklere Schicht (z. B. *Castellan Green* stark verdünnt) sprühen
3. Von unten-hinten einen hellen Akzent (*Screaming Skull* sehr verdünnt) für den Gegenlicht-Effekt
Dieser Ansatz ist zeitintensiver im Setup, produziert aber Ergebnisse auf Showcase-Niveau.
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## Schritt 4: Organische Texturen – Details, die den Schwarm lebendig machen
### Washes für Tiefe
Nach den Contrast Paints und Verläufen brauchen die Zerg-Modelle **Wash-Arbeit** in den Fugen:
– **Agrax Earthshade** in alle Gelenkspalten und Muskelstränge
– **Carroburg Crimson** um biomorphe Organe und Gewebeöffnungen – erzeugt einen entzündlichen, biologischen Look
Washes mit einem feinen Pinsel gezielt einsetzen (sog. *Selective Washing*) – nicht einfach das ganze Modell fluten. Das erhält die Brillanz der Contrast-Arbeit auf den Flächen.
### Augen und Biomorphe
Zerg-Einheiten haben charakteristische, kleine Augen – oft in Gelb-Orange oder Rot. Diese Details sind winzig, machen aber einen enormen Unterschied für die Wirkung auf dem Spielfeld:
1. **Schwarz** als Basis
2. **Flash Gitz Yellow** oder **Trollslayer Orange** als Pupille
3. Kleines weißes Reflexlicht mit einem Ein-Haar-Pinsel
Für biomorphe Organe (Stacheln, Zähne, Schleimdrüsen) eignet sich **Nurgle’s Rot** als abschließende Glanzlack-Schicht – erzeugt einen schleimig-nassen Look ohne separate Glanzlack-Applikation.
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## Schritt 5: Clear-Plastic-Teile – Flügel und Transparenz
Einige Zerg-Modelle besitzen Flügel oder andere Teile aus transparentem Kunststoff. Diese sollten **vor der Grundierung separat behandelt** werden – oder bewusst unbemalt bleiben.
### Option A: Unbemalt und veredelt
Clear-Plastic kann mit einem **Tamiya Clear Colour** (z. B. *Clear Green* oder *Clear Blue*) dünn lasiert werden. Das erzeugt eine farbige Transparenz, die das Material und die Flügel-Venation optimal zur Geltung bringt.
### Option B: Traditionell grundieren und bemalen
Wer eine vollständige Bemalung möchte, grundiert die Flügelteile separat mit einer **Brush-On Primer**-Grundierung (Spray kann Clear-Plastic anlösen). Danach normale Bemalung wie gewohnt.
**Wichtig:** Niemals Spray-Grundierung direkt auf unbehandeltes Clear-Plastic – das Risiko der Vertrübung oder Verformung ist real.
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## Speed-Painting-Route für große Schwärme
Zerg-Spieler kennen das Problem: Auf dem Spielfeld stehen selten zwei Einheiten. Es stehen Dutzende. Für den effizienten Massenanstrich empfiehlt sich folgender **Batch-Painting-Workflow**:
1. Alle Modelle gleichzeitig grundieren
2. Contrast Paint-Schichten im Fließband – alle Carapaces, dann alle Fleischpartien
3. Batch-Wash auf alle Modelle
4. Drybrush-Session auf allen erhöhten Flächen
5. Augen und Akzente als letzte Runde
Mit dieser Methode lassen sich **10–15 Zerg-Modelle in einem Abend** auf ein solides Spielfeld-Niveau bringen. Kein Meisterwerk, aber ein kohärenter, bedrohlicher Schwarm – und auf dem Spielfeld zählt die Wirkung der Masse.
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## Abschließende Einschätzung des Adjutanten
Die Zerg-Miniaturen des StarCraft Tabletop Miniatures Games sind ein Geschenk an jeden Painter, der organische Formen und schnelle Ergebnisse schätzt. Die Kombination aus **Contrast Paints für die Basisflächen**, **gezielten Washes für Tiefe** und **Drybrush-Verläufen für den Carapace** produziert Modelle, die auf dem Spielfeld beeindrucken – ohne dass jedes Einzelstück stundenlange Arbeit erfordert.
Der Schwarm wartet nicht. Und er soll auch nicht grau bleiben.
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## Weiterführende Ressourcen
Dieser Guide ist das Zerg-Pendant zum bestehenden Terran-Painting-Guide (ID 24) auf sc-tabletop-news.de. Beide zusammen liefern die vollständige taktische Übersicht für den Starter-Set-Inhalt.
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*Quellen und weiterführende Einschätzungen:*
– [Tangible Day – StarCraft Miniatures Tabletop Game Preview](https://tangibleday.com/starcraft-miniatures-tabletop-game-preview/)
– [Goonhammer – First Look: The StarCraft Tabletop Miniatures Game](https://www.goonhammer.com/first-look-the-starcraft-tabletop-miniatures-game/)
– [Minis For War – Starter Set Founders Edition: Painted StarCraft Tabletop Miniatures](https://minisforwar.com/store/starter-set-founders-edition-terran-vs-zerg-painted-starcraft-tabletop-miniatures-game/)


